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30. März 2011

DVD-Kritik: Heaven‘s Burning - Paradies in Flammen

Genre: Roadmovie Originaltitel: Heaven‘s Burning Produktion: AUS 1997 Regisseur: Craig Lahiff Darsteller: Russell Crowe, Youki Kudoh, Kenji Isomura, Ray Barrett FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Eine alltägliche Situation, wie sie sicherlich jede Frau bereits erlebt hat: Man flüchtet auf der Hochzeitsreise in Australien vor dem langweiligen Ehemann, indem man die eigene Entführung vortäuscht, wird dann bei einem Banküberfall als Geisel genommen, soll anschließend erschossen werden, ehe der Fahrer der bösen Räuber seine gute Seite entdeckt und einem das Leben rettet, indem er das seines Kollegen beendet.
Und, das kennt ihr doch alle, oder? … Nein? Na gut, jedenfalls ereilt Midori (Youki Kudoh) dieses Schicksal. Fortan ist sie mit Colin (Russell Crowe) auf der Flucht vor der Polizei, den Verwandten des erschossenen Gangsters und ihrem rachsüchtigen Ehemann…

Ich mag Roadmovies wirklich und kann daher auch etwas unlogische Geschichten verzeihen. Bei „Heaven‘s Burning“ ist dies leider unmöglich! Dieser Film ist so hanebüchen, dass selbst ein typischer Lebenszyklus in einer Daily-Soap plötzlich Sinn ergibt (inklusive ungewollter Schwangerschaft, diversen schweren Krankheiten, inzestuösen Liebschaften, Entführung, fehlgeschlagenem Selbstmordversuch und schließlich Unfalltod). Beispiele hierfür sind etwa die viel zu rasche Wandlung Midoris von der ängstlichen Geisel zur toughen Gangsterbraut, der harmlos-langweilige Ehemann, welcher plötzlich zum blutdürstigen Killer mutiert, oder die zahlreichen sonstigen Logiklöcher und unerklärlichen Twists.

Die schönen Landschaften Australiens kommen auch nicht wirklich zur Geltung, weil die Bildqualität äußerst schwach ist. Richtig fatal ist aber erst die deutsche Synchronfassung: Die Stimmen sind zwar mitunter akzeptabel, allerdings bestand man wohl auf eine komplette Eindeutschung, was den Film noch unlogischer macht. Und das kann ich behaupten, ohne die Originalfassung gehört zu haben. Denn scheinbar sprechen Midori und ihr Ehemann nur sehr gebrochen Englisch, weshalb er einen Übersetzer hat und sie selbst beim Kauf eines Hamburgers überfordert ist. Aber was soll‘s: In der hiesigen Fassung sprechen sie perfektes und akzentfreies Deutsch (im Gegensatz zu den afghanischen Gangstern mit ihrem Russen-Klischee-Akzent). Der Übersetzer wirkt also fehl am Platz, ebenso Midoris wortschatzarmes Gestotter im einen und ihre pseudo-philosophischen Gedanken im nächsten Moment.


Außerdem nimmt sich der Streifen selbst viel zu ernst, selbst in Momenten, in denen er versucht, witzig zu sein. Allerdings konnte ich über den schlicht nervigen und für die Geschichte völlig belanglosen Rollstuhlfahrer mit seinem Akkordeon nicht lachen, sondern nur einmal mehr den Kopf schütteln. Diese und andere Schwachstellen lassen den Zuschauer dann auch schnell vergessen, dass das Roadmovie immerhin ab und an recht spannend ist und dass Russell Crowe so ordentlich spielt, wie es ihm die Rolle erlaubt. Was bleibt, ist ein Film, den ich nicht mal hartgesottenen Crowe-Anhängern oder Trash-Fans empfehlen kann. Vielleicht aber Karma-Spezialisten, denn eine Stelle ließ mich doch aufhorchen: So hieß es in einem Monolog von Colins Vater, dass Japan durch die vielen Kriege ein schlechtes Karma bekommen habe, unverdient zu einer Wirtschaftsmacht wurde, aber irgendwann sicherlich von Erdbeben und Flutwellen heimgesucht und zerstört werde. Scheint was dran zu sein…

Bild: ausreichend
Ton: ausreichend
Synchronisation: mangelhaft
Musik: befriedigend
Schauspielerische Leistung: befriedigend
Drehbuch/Regie: mangelhaft
Kamera: befriedigend
Extras: - (siehe „Anmerkung“ weiter unten)

Filmwertung: MANGELHAFT – Note 4,9



Anmerkung: Getestet wurde der Film als Beileger des SFT-Magazins 04/11, das seit dem heutigen Mittwoch (30. März) bis Ende April für 4,50 € am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer und das Musik-Biopic „Control“ enthalten, welches ich ebenfalls rezensiert habe. Wer mehr über die Zeitschrift und die weiteren Inhalte erfahren möchte, klickt hier oder hier.

29. März 2011

DVD-Kritik: Control

Genre: Musik-Biographie Originaltitel: Control Produktion: USA / GB 2007 Regisseur: Anton Corbijn Darsteller: Sam Riley, Samantha Morton, Craig Parkinson, Joe Anderson, Toby Kebbell, Alexandra Maria Lara, Matthew McNulty FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight

Biopics bekannter Musiker gab es in den letzten Jahren zuhauf. So konnte der interessierte Zuschauer abseits vom Glamour der Hochglanzmagazine einen mehr oder minder ungeschönten Blick auf das Leben von Ray Charles („Ray“) oder Johnny Cash („Walk the Line“) werfen. An beiden hatte ich viel Spaß, obwohl ich mit der Musik wenig bis gar nichts anfangen konnte. Bei Ian Curtis und seiner Band Joy Division war das auch so, wenngleich ich diese zuvor noch nicht einmal namentlich kannte.

Der Film zeigt die gesamte Karriere Ian Curtis‘ (Sam Riley), von dem Einstieg in die Band bis zu seinem frühen Tod im Alter von nur 23 Jahren. Geprägt von tiefen Depressionen und starken Medikamenten gegen seine epileptischen Anfälle, trifft er oftmals falsche Entscheidungen. Etwa heiratet er seine Freundin Deborah (Samantha Morton), bevor er sie richtig kennenlernt, zeugt ein Kind, das auch keine Liebe in ihm hervorrufen kann, und beginnt gar eine Affäre mit der Belgierin Annik (Alexandra Maria Lara). Der rasche Erfolg der Band und seine Popularität tun ihr Übriges, um ihn vollends zu überfordern…

Anton Corbijn (vor kurzem mit „The American“ im Kino) kann mit seinem komplett in schwarz-weiß gedrehten Langfilm-Debüt wirklich überraschen. Der zuvor nur durch Musikvideos in Erscheinung getretene Regisseur beweist hier viel künstlerisches Geschick und baut sogar mitunter äußerst tiefgründige Zitate ein, welche die bedrückende Stimmung zusätzlich verstärken. Die Kamera überzeugt ebenso wie das Gros der Darsteller, allen voran Sam Riley und Samantha Morton. Selbst ein Gastauftritt Herbert Grönemeyers fällt nicht störend auf.


Die Technik lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig, außerdem wurden alle Synchronstimmen passend gewählt. Dass es trotz des vielen Lobes am Ende nicht zur Bestnote reicht, liegt an der facettenarmen Geschichte, die gerade im Vergleich zu den weiter oben genannten Musiker-Legenden einfach zu kurz ist. Des Weiteren ist es schade, dass die zahlreichen Auftritte der Band zwar durchaus chronologisch passend gewählt, aber nicht wirklich in einen passenden Kontext eingebunden wurden. Dennoch kann „Control“ trotz der großen Genre-Konkurrenz letztlich überzeugen - auch Leute wie mich, denen der Name „Joy Division“ zuvor nichts sagte.

Bild: gut
Ton: gut
Synchronisation: sehr gut
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: sehr gut
Drehbuch/Regie: gut
Kamera: sehr gut
Extras: - (siehe „Anmerkung“ weiter unten)

Filmwertung: GUT – Note 2,1



Anmerkung: Getestet wurde der Film als Beileger des SFT-Magazins 04/11, das ab dem morgigen Mittwoch (30. März) bis Ende April für 4,50 € am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer und das Roadmovie „Heaven‘s Burning - Paradies in Flammen“ enthalten, das ich ebenfalls rezensiert habe. Wer mehr über die Zeitschrift und die weiteren Inhalte erfahren möchte, klickt hier oder hier.

25. März 2011

TV-Tipps: Keine Angst vor alten Monstern



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. In den kommenden sieben Tagen erwarten uns unter anderem gleich drei tiefschürfende, halbdokumentarische Sozialdramen. Außerdem warne ich euch erstmals vor einem viel beworbenen filmischen Totalausfall.

Samstag, 26.03.2011:

RTL II, 22.00 Uhr: One Hour Photo - Ich beobachte dich (mit Robin Williams)
Robin Williams spielt einen einsamen Mitarbeiter eines Fotogeschäftes, der in seinen Gedanken ein Leben mit den Menschen führt, deren Bilder er entwickelt. Als einzig wirklich bekannter Darsteller führt er den Zuschauer gekonnt durch diesen subtil-spannenden und sehenswerten Psycho-Thriller.

Sonntag, 27.03.2011:

SAT. 1, 15.45 Uhr: Neues vom WiXXer (mit Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka)
Den zweiten Teil der herrlichen Edgar-Wallace-Parodie aus deutschen Landen habe ich noch nicht gesehen. Er gilt aber als nicht weniger einfallsreich und komisch wie sein Vorgänger. Mal sehen, was die Herren Inspektor Very Long und Even Longer diesmal erwartet…

Montag, 28.03.2011:

ZDF, 22.15 Uhr: No Country for Old Men (mit Tommy Lee Jones und Javier Bardem)
Vor wenigen Tagen erst sah ich diesen etwas anderen, aber vierfach Oscar-prämierten Film der Coen-Brüder zum ersten Mal - hier könnt ihr meine Rezension nachlesen. Es ist schade, dass das ZDF keinen besseren Sendeplatz für diese Free-TV-Premiere fand. Dafür erhält man immerhin wahres Filmvergnügen ohne nervige Werbeunterbrechung.

Dienstag, 29.03.2011:

HR, 0.00 Uhr*: Die Klasse
Ein unfassbar realistisches Drama über eine französische Schulklasse und ihren engagierten, aber oftmals machtlosen Lehrer. Wie schafft man es, die Ruhe zu bewahren, wenn der Unterricht ständig boykottiert wird? Ist ein Verweis für Problemschüler wirklich sinnvoll? Wer wissen möchte, wie der Zustand öffentlicher Schulen heutzutage ist und warum ich mein Lehramtsstudium abbrach, findet hier sicherlich einen Teil der Antwort. Wer mehr wissen möchte, sollte sich diesen deutschen Trailer zu Gemüte führen.

Mittwoch, 30.03.2011:

KABEL EINS, 22.25 Uhr: Black Hawk Down (mit Josh Hartnett und Ewan McGregor)
Diese aufwändig produzierte Kriegs-Actioner basiert auf einer wahren Geschichte über einen aussichtslos scheinenden Häuserkampf amerikanischer Soldaten gegen somalische Rebellen. Für meinen Geschmack war der Streifen fast zu sehr auf die Schießereien getrimmt, aber allein wegen Hans Zimmers gewohnt gutem Score sollten Fans des Genres und Geschichtsinteressierte Ridley Scotts Interpretation der Geschehnisse aus dem Jahre 1993 eine Chance geben.

Donnerstag, 31.03.2011:

3SAT, 22.25 Uhr: Monster (mit Charlize Theron und Christina Ricci)
Die Prostituierte Lee tötet aus Verzweiflung eine Freier - und findet Gefallen daran. Dieses Drama nach einer wahren Begebenheit ist filmisch mitunter enttäuschend, überzeugt aber dank des herausragenden Schauspiels Charlize Therons.

Freitag, 01.04.2011:

ARTE, 20.15 Uhr: Keine Angst
Zweimal bereits sah ich dieses packende Sozialdrama im Nachtprogramm trotz einiger Alternativen. Die 14-jährige Becky (im Bild mit blauem Haarreif) muss sich anstelle ihrer alkoholsüchtigen Mutter um die beiden jüngeren Geschwister, den Haushalt, das Jugendamt und alles andere kümmern - nur nicht um sich selbst. Hoffnung gibt ihr der aus einer wohlhabenden Familie stammende Bente, den sie durch Zufall im Schulbus trifft. Diesen nahezu dokumentarischen Film sollte man gesehen haben. Um dies zu verdeutlichen, bezeichne ich ihn auch gerne als mein Highlight der Woche.

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Der Untipp der Woche:

Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen
Am Sonntag zur Prime-Time zeigt Pro7 nun also diese Vampir-Schmonzette, die sich überraschend großer Beliebtheit erfreut. Pubertierende Mädchen und deren verzweifelte Mütter fallen gleich scharenweise in Ohnmacht, wenn glänzende Vampire (oder auch testosterongeschwängerte Werwölfe) auf der Leinwand zu sehen sind. Kristen Stewart mag eine ordentliche Schauspielerin sein, aber gegen diese furchtbare Geschichte um nordamerikanisch-verklemmte Teenager-Nöte, die ohne einen Hauch an Selbstironie noch viel unglaubwürdiger sind, hat auch sie keine Chance. Ein Film gewordener Totalausfall, an dem nur oben genannte Zielgruppe und echte Masochisten Gefallen finden dürften.
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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Dienstag läuft also in der Nacht von Montag auf Dienstag.

Top-Sender der Woche: - (jeweils eine Empfehlung pro Sender)

Zwei deutsche Tagestipps gab es noch nie. Dazu darf sich einer sogar als Highlight der Woche rühmen. Und auch sonst bin ich mit dieser Fernsehwoche vollends zufrieden. Ihr auch?

22. März 2011

DVD-Kritik: No Country for Old Men

Genre: Thriller / Drama Originaltitel: No Country for Old Men Produktion: USA 2007 Regisseur: Ethan & Joel Coen Darsteller: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Paramount / Miramax / Universal

Ein Jäger (Josh Brolin) stößt in der texanischen Wüste auf die das Ergebnis einer fehlgeschlagenen Drogenübergabe: viele Leichen, ein Koffer mit Geld und kiloweise Drogen. Als er dem letzten Überlebenden Wasser bringen möchte, wird er entdeckt und fortan verfolgt - schließlich konnte er nicht auf den Koffer verzichten. Zur gleichen Zeit streift ein Irrer (Javier Bardem) durch die Gegend, der fast jeden, dem er begegnet, bevorzugt mit einem Bolzenschussgewehr tötet. Dass der alternde Sheriff Bell (Tommy Lee Jones) ihm auf den Fersen ist, kümmert ihn dabei nicht besonders…

Das Schwerste an dieser Rezension ist sicherlich die Einordnung in ein Genre. Zwar dominieren durch die Jagdgeschichte die Thriller-Elemente, doch wirklich falsch läge man mit der Kategorisierung als Drama oder selbst als Komödie auch nicht. Tommy Lee Jones nennt das Ganze „Horror-Comedy-Chase“, andere schlicht einen Coen-Film. Letzteres trifft es wohl am Ehesten, erschaffen die Coen-Brüder doch nur selten Filme, die sich in eine Schublade pressen lassen. Wo andere Regisseure ein nervenaufreibendes und bleihaltiges Katz-und-Maus-Spiel inszeniert hätten, setzen die Geschwister vor allem auf die ruhigen Momente, subtilen Humor und kuriose Dialoge, welche man entfernt mit den ähnlich sonderbaren Werken Quentin Tarantinos vergleichen kann.

Getragen von einer herausragenden Schauspielerriege um den souverän-knorrigen Tommy Lee Jones und den zurecht mit einem Oscar (als bester Nebendarsteller) ausgezeichneten Javier Bardem steuert „No Country for Old Men“ alles andere als vorhersehbar auf ein philosophisches Ende zu, das sicherlich nicht jeden befriedigen wird. Ich selbst tue mich mit Coen-Filmen ebenfalls recht schwer, hatte aber dennoch viel Spaß mit diesem etwas anderen Zweistünder. Neben der Technik überzeugt auch das informative Bonusmaterial, womit einer Kaufempfehlung eigentlich nichts mehr im Wege steht - sofern man sich an der Andersartigkeit nicht stört.

Bild: gut
Ton: gut
Synchronisation: gut
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: sehr gut
Drehbuch/Regie: gut
Kamera: sehr gut
Extras: gut

Filmwertung: GUT – Note 1,9


18. März 2011

TV-Tipps: Der verblendete Monsieur Truman und das Königreich des purpurnen Arschloches



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. In dieser Woche gibt es gleich mehrere Filme, die erst nach ihrer Erstausstrahlung zum Tagestipp wurden. So lassen sich etwa die Empfehlungen von Sonn- und Montag auch am jeweiligen Vorabend zur besten Sendezeit sehen.

Samstag, 19.03.2011:

RBB, 23.45 Uhr: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Puh, direkt am ersten Tag musste ich eine knifflige Entscheidung treffen. Und zwar die für den eher unbekannten Film - zumindest im Vergleich zu „Die zwölf Geschworenen“ (WDR, 15.15 Uhr), der den meisten bestens bekannt sein dürfte. Als weiser „Monsieur Ibrahim“ überzeugt in der Empfehlung des Tages Omar Sharif, der einen Jugendlichen nach dem dessen Vaters Selbstmord bei sich aufnimmt. Mag das filmische Drama auch nicht an die literarische Vorlage heranreichen, stimmungsvoll und angenehm ungewöhnlich ist es allemal.

Sonntag, 20.03.2011:

KABEL EINS, 17.10 Uhr: Die Truman Show (mit Jim Carrey, Laura Linney und Ed Harris)
Auch wenn er am Samstag gegen die genannten Streifen keine Chance hatte, ist „Die Truman Show“ dennoch eine geniale Groteske, die für einen Hollywood-Streifen gleich mehrfach überrascht: Etwa mit Jim Carrey in einer seiner ersten ernsten Rollen oder mit einer Story, welche die mediale Scheinwelt des Fernsehens gekonnt persifliert, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Außerdem ist jeder Film mit Natascha McElhone ein wahrer Augenschmaus!

Montag, 21.03.2011:

RTL II, 02.10 Uhr*: Kleines Arschloch
Gegen den unfassbar witzigen Zeichentrickstreifen aus deutschen Landen können auch alle Pixar-Filme einpacken. Der titelgebende Zwölfjährige verliebt sich in eine betagte Dame, setzt den Nachbarshund unter Drogen, erforscht das Sexualverhalten seiner ganzen Familie, rät als Telefonseelsorger zum Selbstmord, tritt mit seiner Band in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und muss erfahren, dass ihm sein Großvater, der „alte Sack“, stets die abgeschnittenen Fußnägel unters Müsli mischte. Wer diesen Film nicht kennt, hat etwas verpasst. Mein Highlight der Woche.

Dienstag, 22.03.2011:

NEO, 23.15 Uhr: Stieg Larsson: Verblendung
NEO zeigt nochmals alle Teile der erweiterten Millenium-Trilogie und beginnt mit einhundertfünfzigminütiger, schwedischer Krimikost vom Feinsten. Michael Nyqvist und Noomi Rapace überzeugen dabei ebenso wie die Story um eine vor 40 Jahren verschwundene Nichte eines Großunternehmers. Auch die persönlichen Hintergründe des Journalisten und der Computer-Hackerin wissen zu begeistern und machen daher die beiden weiteren Teile „Verdammnis“ und „Vergebung“ trotz leicht gesunkener Qualität zum Pflichtprogramm.

Mittwoch, 23.03.2011:

KABEL EINS, 20.15/23.45 Uhr: Die purpurnen Flüsse (mit Jean Reno und Vincent Cassel)
Es geht also auch zur angeblich besten Fernsehzeit. Dieser französische Thriller wurde mir gleich mehrfach - wenn auch bis dato vergebens - ans Herz gelegt. Daher gilt dieser Tagestipp auch als Erinnerung für mich, der geheimnisvollen Verbindung zweier weit voneinander entfernter Kriminalfälle endlich meine Aufmerksamkeit zu schenken.

Donnerstag, 24.03.2011:

VOX, 20.15 Uhr: Königreich der Himmel (mit Liam Neeson, Jeremy Irons…)
… und leider auch mit Orlando Bloom. Nichtsdestotrotz ging ich ins Kino und wurde herbe enttäuscht: Meinen Lieblingsdarsteller Edward Norton bekam ich nur kurz zu Gesicht - und zwar hinter eine Maske (siehe Bild) und mit anderer Synchronstimme… Da gleichzeitig Antischauspieler Orlando Bloom eine gewichtige Rolle inne hat, gab ich dem Streifen im Anschluss keine gute Bewertung. Damit tat ich dem eigentlich ordentlichen Historienfilm von Ridley Scott aber Unrecht, weshalb er zumindest heute als Tagestipp gelten darf - eine seltene Ehre für Mr. Bloom.

Freitag, 25.03.2011:

WDR, 23.15 Uhr: Tödliche Versprechen - Eastern Promises (mit Viggo Mortensen und Vincent Cassel)
Der zweite Tipp der Woche, den ich bis heute nicht sah, ist auch der zweite Film mit Vincent Castel - ein Schelm, wer Böses dabei denkt, halte ich doch große Stücke auf den französischen Darsteller. Außerdem ist nahezu jeder Film von David Cronenberg sehenswert, weshalb ich dem Thriller sogar den Vorzug vor Steven Spielbergs Kriegsepos „Der Soldat James Ryan“ (22.40 Uhr) mit Tom Hanks und Matt Damon gebe.

Top-Sender der Woche: KABEL EINS (2 Empfehlungen)

Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Montag läuft also in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Puh, vor uns liegt eine wirklich starke Fernsehwoche: Bis auf den 24.03. gab es an jedem Tag noch mindestens einen anderen heißen Kandidaten für eine bedenkenlose Empfehlung. So muss das sein! Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

15. März 2011

Aus dem Kuriositätenkabinett: Die böse Kuchenblechmafia

So sah Satire vor einigen Jahren aus. Ein herrlicher Beitrag der NDR-Sendung Extra3 über die sogenannte Kuchenblechmafia, welche Tresore herstellt, die quasi im Handumdrehen zu knacken sind. Dass es bei der Vorführung dann doch zu minimalsten Verzögerungen kommt, ist natürlich unwesentlich... Allein der Sprecher aus dem Off ist schon das Ansehen wert, denn dieser wird nicht müde zu betonen, dass der Schrank im Prinzip auf sei: "Eine Sache von Sekunden..."

11. März 2011

TV-Tipps: Stephen King schickt Monster zu einem Training Day auf deutsche Schulen


Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. Im Vergleich zur letzten Woche haben wir es ab Samstag wieder mit qualitativ hochwertiger Fernseh- und Filmunterhaltung zu tun. Viel Spaß!

Samstag, 12.03.2011:

WDR, 23.30 Uhr: Into the Wild
Ich verstehe es selbst nicht, aber „Into the Wild“ steht inzwischen schon über ein Jahr ungesehen im DVD-Regal. Mal ist er mir zu lang, mal möchte ich mich nicht auf das Thema einlassen. Und dennoch bin ich mir absolut sicher, dass Sean Penns knapp zweieinhalbstündige Regiearbeit über einen Aussteiger aus dem zivilisiert-organisierten Leben absolut sehenswert ist. Nicht zuletzt, da sie auf einer wahren Geschichte beruht. Mein Highlight der Woche!

Sonntag, 13.03.2011:

SAT.1, 16.10 Uhr: Monster AG
Wie in der vergangenen Woche bei „Findet Nemo“ schafft es SAT.1 mit einem Pixarstreifen erst im zweiten Anlauf zum Tagestipp, nachdem es am Vortag nicht gereicht hatte. Für mich ist Monster AG, in dem die namensgebenden Ungeheuer Angstschreie von Menschen beschaffen müssen, der nach wie vor beste Streifen des Animationsstudios.

Montag, 14.03.2011:

ARTE, 22.45 Uhr: Hans Zimmer
Interessante Dokumentation über den wohl bekanntesten deutschen Filmmusikkomponisten aller Zeiten. Ich wurde vor allem durch den genialen Score zu „Gladiator“ auf ihn aufmerksam. Außerdem stammen von ihm die Soundtracks zu Christopher Nolans Batman-Filmen sowie zu „Inception„, „Fluch der Karibik“ und vielen, vielen mehr. Eine Sendung für Filmfreunde, die ebenso wie ich der Meinung sind, dass ein Streifen ohne eine gelungenen Soundtrack nie in der obersten Liga spielen kann.

Dienstag, 15.03.2011:

TELE 5, 22.25 Uhr: Stephen King: Salem‘s Lot
Die Verfilmung von Stephen Kings Lieblingsroman, der ein Deutschland unter dem Titel „Brennen muss Salem“ erschienen ist, kann „The Green Mile“, „Die Verurteilten“ und „Shining“ (siehe Mittwoch) zwar nicht das Wasser reichen, erzeugt aber trotz Überlänge eine angenehme Spannung. TELE 5 zeigt beide Teile des (mit Werbung) insgesamt vierstündigen Werkes hintereinander.

Mittwoch, 16.03.2011:

ARTE, 22.15 Uhr: Shining (mit Jack Nicholson)
Und noch ein Filmtipp nach einer Romanvorlage von Stephen King. Stanley Kubricks Meisterwerk um den genial-durchgeknallten Hausmeister Jack Nicholson zählt zu den besten Horrorfilmen aller Zeiten und trug maßgeblich dazu bei, dass der Regisseur später solch kontroverse Filme wie „Uhrwerk Orange“ und „Lolita“ verwirklichen konnte.


Donnerstag, 17.03.2011:

ZDF, 21.00 Uhr: ZDF.reporter unterwegs: Kuschelpädagogik oder Paukschule - was macht deutsche Schüler besser?
Kinder und ihre Eltern klagen über zu viel Belastung, die Wirtschaft über fehlende Fachkräfte und diverse Vergleichstests über den Leistungsstand deutscher Schüler im europäischen und internationalen Vergleich. Die ZDF-Reporter versuchen zu ergründen, wie man das deutsche Bildungssystem verbessern könnte, dass am Ende nicht zu viele Schüler auf dem Abstellgleis landen.

Freitag, 18.03.2011:

RTL II, 22.30 Uhr: Training Day (mit Denzel Washington und Ethan Hawke)
Vor genau einer Woche lief um diese Zeit auf RTL II "Lethal Weapon" mit Mel Gibson. Dieser war ein unrealistischer, auf Spaß getrimmter Cop-Actioner, wohingegen Denzel Washington seinem „Lehrling“ Ethan Hawke den wirklichen Alltag der Polizei in Los Angeles zeigen möchte. Das ist zwar auch weit von einer Dokumentation entfernt, allerdings gilt der Thriller bei vielen Kritikern als einer der besten Vertreter seines Genres. Ich fand „Training Day“ zwar nie so gut wie viele Kollegen, allerdings lohnt sich der Film allein wegen der überragenden Darstellerleistung von Denzel Washington, der sich so seinen zweiten Oscar sicherte.

Top-Sender der Woche: ARTE (2 Empfehlungen)

Verblüffenderweise kommen vier Tagestipps dieser Woche von den gleichen Sendern, die vor jeweils sieben Tagen auch schon die besten Vertreter stellten. Und doch stieg die Qualität stark an - gut so! Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

9. März 2011

Aus dem Kuriositätenkabinett: Kommt ein Mann in 'ne Bar...

... und lässt sich von einer attraktiven Dame den Sinn hinter ihrem Namen erklären. Euch erwartet ein gut einminütiger, amüsanter Kurzfilm mit netter, wenn auch wenig überraschender Pointe. Viel Spaß!

4. März 2011

TV-Tipps: Afroamerikanische Clownfische boxen auf dem Highway



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. Leider ist in den kommenden sieben Tagen nur das bis zum Montag verlängerte Wochenende mit guten Filmen gesegnet. Danach fällt die Qualität deutlich ab. Dennoch ziehe ich es durch und präsentiere einen Tipp pro Tag.

Samstag, 05.03.2011:

RBB, 23.15 Uhr: Lost Highway
Lost Highway ist einer von David Lynchs bekanntesten Hirnverdrehern. Wer ihn einfach nur als einen rätselhaften, alles andere als chronologischen Thriller sieht, bei dem man am Ende unter Umständen weniger weiß als zuvor, wird vielleicht nicht wirklich verstehen, worin genau das Besondere liegen soll, das so viele Fans in ihm sehen. Wer sich aber darauf einlässt und vielleicht sogar mit mehrseitigen wissenschaftlichen Abhandlungen (die es zu den meisten Lynch-Filmen gibt) vor der Mattscheibe sitzt, wird die ganze Komplexität zumindest erahnen, wenn auch vermutlich dennoch nicht ganz verstehen können. Für mich ist „Lost Highway“ ein Meisterwerk und damit mein Highlight der Woche!

Sonntag, 06.03.2011:

SAT.1, 16.15 Uhr: Findet Nemo
Die erste Ausstrahlung des Pixar-Animationsstreifens um den Clownfisch Nemo konnte am Vortag zwar nicht gegen den Tipp der Woche bestehen, ist aber dennoch ein fantastisches Erlebnis. Die dramatische Geschichte bietet ein wenig kindgerechte Spannung, aber auch originellen Humor. Selbst hartgesottenen Actionfilmfans wird dieses charmante Abenteuer sicherlich das eine oder andere Lächeln entlocken.

Montag, 07.03.2011:

ARTE, 20.15 Uhr: Psycho
Alfred Hitchcocks Original aus dem Jahre 1960 können auch die vielen bemühten Remakes nicht das Wasser reichen. Wenn Norman Bates wehrlose Frauen in Motelzimmerduschen ersticht und mit seiner „Mutter“ spricht, ist das zwar nach heutigen Standards nicht mehr wirklich erschreckend, zehrt aber dennoch an den Nerven. Wer außerdem der Frage nachgehen möchte, warum Horrorfilme eigentlich so beliebt sind, sollte sich die fünfzigminütige Dokumentation im Anschluss nicht entgehen lassen, bei der auch bekannte Regisseure der Neuzeit - wie etwa Eli Roth und Alexandre Aja - zu Wort kommen.

Dienstag, 08.03.2011:

TELE 5, 20.15 Uhr: Dolores (mit Kathy Bates)
Die Haushälterin Dolores steht im Verdacht, ihre wohlhabende Dienstherrin umgebracht zu haben. Kathy Bates spielt die Protagonistin absolut überzeugend. Dennoch ist der Film der ungleich spannenderen Buchvorlage Stephen Kings deutlich unterlegen. Zum Tagestipp reicht es nur wegen der schwachen Konkurrenz, was leider auch für die Empfehlungen der kommenden Tage gilt.

Mittwoch, 09.03.2011:

RBB, 22.45 Uhr: Der Feind in dir (mit Sarah Jessica Parker)
Simon Brick, ein afroamerikanischer Student, muss sich mit rassistischen Drohungen auseinandersetzen. Sarah Daniels (Sarah Jessica Parker) möchte ihn unterstützen. Bei dieser Umsetzung eines Theaterstückes wird der Rassismus in Amerika etwas realitätsfremd dargestellt. Außerdem wird jedes falsche Wort überdramatisiert - eben so, wie es im Theater oftmals üblich ist. Dennoch ist die filmische Umsetzung stellenweise gelungen - auch dank des sehr guten Nebendarstellers Mykelti Williamson, der in seiner Rolle als Journalist zu überzeugen weiß.

Donnerstag, 10.03.2011:

VOX, 22.35 Uhr: Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts (mit Sylvester Stallone und Dolph Lundgren)
(Der Text enthält Spoiler) Rocky Balboa (Sylvester Stallone) will Rache am knallharten Russen Ivan Drago (Dolph Lundgren) nehmen, der seinen ersten großen Gegner und späteren Freund Apollo Creed im Ring tötet. Der vierte von inzwischen sechs Streifen gehört zu den eher weniger guten Teilen, vermag aber aufgrund der Rachethematik größtenteils zu überzeugen. Vielleicht auch, weil die Boxschläge hier nach Absprache der beiden Protagonisten nicht nur vorgetäuscht, sondern wirklich durchgezogen wurden.

Freitag, 11.03.2011:

RTL II, 22.20 Uhr: Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis (mit Mel Gibson und Danny Glover)
Guter Cop und böser Cop mischen Verbrecher auf. Mehr muss man nicht sagen. Denn wenn selbst dieser mitunter hanebüchene Actioner als Tagestipp zählen darf, können wir froh sein, eine außerordentlich schwache Fernsehwoche hinter uns zu haben.

Top-Sender der Woche: RBB (2 Empfehlungen)

Ich hoffe, ihr bleibt der Seite trotz der aktuell wenig bahnbrechenden Empfehlungen gewogen. Vielleicht können wir ja schon in der nächsten Woche wieder eine Steigerung erkennen; kommenden Freitag wisst ihr mehr! Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

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