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11. Dezember 2011

Film-Quickie: Dramatische Thriller in Serie

Wer keine Zeit hat, muss kürzer treten. Also werden die meisten Rezensionen in Zukunft deutlich kleiner ausfallen. Dafür gibt es eine bunte Mischung aus den unterschiedlichsten Genres, gute und schlechte, alte und neue Filme. Immer wenn ich fünf beisammen habe, kommt ein neues Update – das ist zumindest der Plan. Wie immer freue ich mich über eure Rückmeldungen per Kommentar. Gefällt euch dieser neue Ansatz oder wollt ihr wieder ausführlichere Besprechungen? Braucht ihr Trailer zu jedem Film oder geht es auch komplett ohne? Trinkt Cola oder Pepsi? Nunja, ihr wisst Bescheid, also raus mit eurer Meinung! Zunächst aber zu den Kritiken:

Into the Wild
Wahre Geschichte eines jungen Mannes, der seine Wurzeln in der zivilisierten Welt abbricht, um in der einsamen Wildnis Alaskas sein Glück zu finden.
Sean Penn erschuf ein herausragendes Roadmovie, das den Zuschauer mit Zeitsprüngen fordert und diesen zum Nachdenken anregen möchte. Trotz Überlänge (148 Minuten) vermag „Into the Wild“ jederzeit zu fesseln, lässt den Zuschauer regelrecht spüren, was dem Protagonisten (Emile Hirsch) widerfährt. Dazu kommen wunderbare Bilder, ein erhabener Soundtrack  und ein superber Cast, in dem auch Kristen Stewart beweist, dass sie deutlich mehr kann als ein keusches Menschenkind an der Seite von Vampiren und Werwölfen zu spielen.
SEHR GUT – Note 1,4

Shutter Island
Ein FBI-Agent soll in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit seinem Partner das Verschwinden einer Patienten aus einer Nervenheilanstalt für psychisch gestörte Verbrecher aufklären. Seine Arbeit wird dabei von Halluzinationen und der alles andere als kooperativen Anstaltsleitung erschwert.
Im düsteren Thriller des begnadeten Regisseurs Martin Scorsese ist nichts, wie es zunächst scheint. Doch bis das komplexe Verwirrspiel aufgelöst wird, erlebt der Zuschauer einen grandios fotografierten,  überzeugend gespielten, manchmal aber auch etwas übertrieben stilisierten Film Noir, wie er in der heutigen Zeit inmitten seelenloser Thriller von der Stange wahrhaft selten geworden ist.  Kaum zu glauben, dass aus dem einstigen Titanic-Frauenschwarm einer der besten Schauspieler der Welt geworden ist. Chapeau, Mister DiCaprio!
GUT – Note 1,7

My Name is Earl – Staffel 1
Stell‘ dir vor, du gewinnst 100.000$ in einer Lotterie – und verlierst das Los, da du von einem Auto überfahren wirst. So erging es dem Kleinkriminellen Earl Hickey. Doch dann sieht er eine Sendung im Fernsehen, in welcher ein Prominenter über die Lehre des Karma spricht. Frei nach dem Motto „Tue Gutes und dir wird Gutes widerfahren“ krempelt Earl sein komplettes Leben um und erstellt eine Liste mit allen schlechten Taten, die er jemals begangen hat. In über zwanzig Episoden macht er sich nun gemeinsam mit Bruder Randy daran, den geschädigten Personen zu helfen und ein besserer Mensch zu werden…
Ja, jede Episode folgt in etwa dem gleichen Schema. Ja, die Botschaft ist genauso simpel, wie das oben genannte Grundprinzip des Karma. Und dennoch: Jason Lee nimmt man den geläuterten Taugenichts sofort ab, die Nebencharaktere sind klasse (allen voran eine gemeine Ex-Frau, deren neuer Stecher sowie Earls naiver Bruder) und vor allem: die Witze sitzen. „My Name is Earl“ ist eine Gute-Laune-Serie vom Feinsten und teilt sich mit „Big Bang Theory“ den zweiten Platz in der Sparte der zwanzigminütigen Comedyserien - direkt nach „Scrubs“, versteht sich. Einziges Problem: Wie bei vielen neuen Serien sollte man besser auf den englischen Originalton zurückgreifen, welcher glaubhafter und schlichtweg passender daherkommt.
GUT – Note 1,6

Control – Du darfst nicht töten (Beileger der SFT 01/12)
Ein Mörder soll dank einer neuartigen Droge doch noch zum Gutmenschen mutieren. Für seine Teilnahme an den dazu gehörigen Versuchen entkommt er der Todesstrafe. Doch keiner weiß, ob und wie lange seine Pillen Wirkung zeigen…
Ray Liotta liefert als scheinbar hoffnungsloser Soziopath eine wahrlich bemerkenswerte Leistung ab, auch Willem Dafoe weiß zu überzeugen. Obwohl das Drehbuch nach starkem Beginn vor allem gegen Ende schwächelt und einige Logiklöcher offenbart, ist „Control“ ein durchaus sehenswerter Thriller.
BEFRIEDIGEND – 2,9

Cherrybomb (Beileger der SFT 01/12)
Zwei gelangweilte Jugendliche schlagen regelmäßig über die Stränge, um ein ebenso gelangweiltes Mädchen zu beeindrucken.
Leider konnte ich mit der Story weniger anfangen als zunächst vermutet, eine Identifizierung mit den Protagonisten war mir leider überhaupt nicht möglich. Filmisch ist „Cherrybomb“ aber absolut in Ordnung, wenngleich er kaum mehr darstellt als eine Kopie ähnlich gelagerter Jugendfilme.
BEFRIEDIGEND – Note 3,2  


Bildrechte:  Universum, Concorde, 20th Century Fox, Kinowelt. Capelight

7. Dezember 2011

Kompletter Film: Sonnenallee

Nette Aktion vom Delphi Filmverleih: Leander Haußmanns Film "Sonnenallee" kann ab sofort gratis, in voller Länge und absolut legal im Internet gesehen werden. Aber wer will schon mit einem einfachen Link auf die Reise geschickt werden!? Daher lade ich euch herzlich ein, euch ein wenig Zeit zu nehmen und ihn einfach hier zu sehen. Viel Spaß!

20. November 2011

Aus dem Kuriositätenkabinett: Die Macht der Illusion

Seit vielen Jahren sind Computertechnik und Greenscreen nicht mehr aus Film- und Serienproduktion wegzudenken. Je nach Größe des Budgets sind die optischen Illusionen dabei kaum noch erkennbar, wie das folgende Video eindrucksvoll beweist:
Und ich dachte immer, "Monk" sei an realen Schauplätzen in San Fransisco gedreht worden...

30. Oktober 2011

Double-Feature: City of Ember / Halloween H20

City of Ember - Flucht aus der Dunkelheit

Genre: Fantasy-Abenteuer Originaltitel: City of Ember Produktion: USA 2008 Regisseur: Gil Kenan Darsteller: Saoirse Ronan, Harry Treadaway, Tim Robbins, Bill Murray, Amy Quinn, Catherine Quinn, B.J. Hogg, Martin Landau, Mackenzie Crook FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight / Universum / UFA

„Zum Wohle der Menschheit“ wurde vor einer drohenden, aber nicht näher beschriebenen Katastrophe eine unterirdische Stadt errichtet. 200 Jahre sollte sie die Menschen beherbergen, anschließend sollten diese durch den Schlüssel in einer magischen Kiste wieder an die Erdoberfläche zurückgeleitet werden. Doch im Laufe der Jahre vergaß man die Schachtel und die bloße Existenz anderer Orte. Als jedoch immer mehr Stromausfälle für Beunruhigung sorgen, der große Elektrizitätsgenerator seinen Zenit längst überschritten hat, wächst die Beunruhigung und zwei Teenager (u.a. Saoirse Ronan) suchen trotz des Verbotes des Bürgermeisters (Bill Murray) einen Ausweg aus Ember, während die Erwachsenen nach wie vor an die Rückkehr der ominösen „Erbauer“ glauben…

Ich erwartete wirklich viel von diesem Film - und wurde sogar positiv überrascht: Die Atmosphäre ist großartig, ebenso der visuelle Stil. Auch das totalitäre System wirkt sehr überzeugend, etwa durch den „Tag der Zuweisung“, an welchem die Jugendlichen aus einer Lostrommel (!) ihre zukünftigen, überwiegend handwerklichen Berufe ziehen. „City of Ember“ ist zwar aufgrund seiner Protagonisten ein Jugend-Abenteuerfilm, überzeugt aber auch durch die erwachsene Thematik, welche teilweise durch leicht übertriebene Fantasy-Elemente wieder abgemildert wird. Außerdem baut der Streifen trotz des alles andere als überraschenden Endes gekonnt Spannung auf und sorgt dadurch für sehr kurzweilige 90 Minuten.

Zwar wirken die Effekte vor allem gegen Ende nicht mehr sonderlich glaubhaft, doch tut dies dem Film keinen großen Abbruch. Dazu tragen auch die Schauspieler bei, allen voran die überaus talentierte Saoirse (gesprochen „Sörsche“) Ronan sowei die bekannten Haudegen Bill Murray, Tim Robbins und Martin Landau (als kauzig-verschlafener Arbeiter). Durch die gute Musik, den tollen Surround-Sound und vor allem die glaubhafte Synchronisation weiß auch die Technik überwiegend zu überzeugen. Wer also auf einen etwas anderen, durchaus spannenden Abenteuerfilm mit Tiefgang Lust hat, sollte sich „City of Ember“ nicht entgehen lassen.

Bild: gut Ton: sehr gut Synchronisation: sehr gut Musik: gut Kamera: gut Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: gut

Filmwertung für „City of Ember“: GUT – Note 1,9


Halloween H20 - 20 Jahre später

Genre: Horror-Thriller Originaltitel: Halloween H20: 20 Years later Produktion: USA 1998 Regisseur: Steve Miner Darsteller: Jamie Lee Curtis, Josh Hartnett, Adam Arkin, Michelle Williams, LL Cool J, Jodi Lyn O'Keefe, Adam Hann-Byrd, Janet Leigh, Joseph Gordon-Levitt FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

20 Jahre nach den Geschehnissen in John Carpenters Horrorklassiker „Halloween“ kehrt Michael Myers zurück zu seiner Schwester, die inzwischen einen anderen Namen annahm und Leiterin eines kleinen Internates ist. Doch als der Großteil der Schüler pünktlich zu Halloween zu einem Ausflug aufbricht, betritt ein ungebetener Gast den Campus, um sein blutiges Werk zu vollenden.

Der meines Wissens einzige „Halloween“-Film mit einer Jugendfreigabe ab 16 Jahren verzichtet auf allzu blutige Effekte und übertriebene Schock-Momente und zieht seine halbwegs vorhandene Spannung aus der allgegenwärtigen Angst vor dem sprachlosen Massenmörder. Zwar leidet das Bild an seltenen, kurzen Hängern, doch wissen ansonsten Technik und Schauspieler einigermaßen zu überzeugen. Leider werden die bekannten Jungdarsteller (u.a. Josh Hartnett) von der Regie und dem klischeebehafteten Skript kaum gefordert. Dennoch kann man „Halloween H20“ am Ende durchaus in die lange Riege solider Gruselfilme einordnen.

Bild: befriedigend Ton: gut Synchronisation: gut Musik: gut Kamera: gut Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend

Filmwertung für „Halloween H20“: BEFRIEDIGEND – Note 3,2



Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 11/11, das noch bis Ende November am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.

17. Oktober 2011

Double-Feature: Strange Days / The Fog

Strange Days
Genre: Sci-Fi-Thriller Originaltitel: Strange Days Produktion: USA 1995 Regisseur: Kathryn Bigelow Darsteller: Ralph Fiennes, Angela Bassett, Juliette Lewis, Tom Sizemore, Michael Wincott, Vincent D'Onofrio, Glenn Plummer, Brigitte Bako, Richard Edson, William Fichtner, Josef Sommer FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Stellt euch vor, ihr könntet jederzeit eine Erinnerung eines komplett fremden Menschen nachfühlen: Ihr erlebt dank dieser Person deren Sex mit, schlüpft in den Körper des jeweils anderen Geschlechts, flieht vor der Polizei, sterbt vielleicht sogar. Squid nennt sich diese fiktive Technik, mit welcher man in Egoperspektive alles sieht, hört und fühlt, was der Aufnehmende tatsächlich erfahren hat - allerdings ohne lästige Konsequenzen wie etwa Verletzungen. Um diese Idee baut Drehbuchautor James Cameron seine Geschichte, in welcher der Ex-Cop Nero (Ralph Fiennes) mit eben jenen Erinnerungen sein Geld verdient - allerdings alles andere als legal. Da sich außerdem der Schauplatz Los Angeles kurz vor dem denkwürdigen Jahreswechsel 1999/2000 in bürgerkriegsähnlichen, beinahe apokalyptischen Zuständen befindet, entwickelt sich ein knapp zweieinhalbstündiger Thriller-Plot voller Wendungen, in dem der Protagonist versucht, seine Ex-Geliebte Faith (Juliette Lewis) vor einem psychopathischen Killer zu beschützen - wenn auch scheinbar gegen deren Willen…
„Ich bin dein Priester, dein Psychiater, der direkte Draht zur Schaltzelle
der Seele. Der Magic-Man.“ (Nero zu einem potenziellen Kunden)
Holla die Waldfee, dieser Film hat eine Menge Potenzial! „Strange Days“ startet direkt mit einem Squid-Clip aus der Ego-Perspektive, entwickelt sich dann etwas schleppend, baut aber stetig an Spannung auf. Das alles ist klasse inszeniert und wird von einem namhaften und vor allem hervorragend aufgelegten Darsteller-Ensemble getragen. Ralph Fiennes ist als verwegener Schwarzmarkt-Dealer überraschend cool, ebenso die undurchsichtigen Cops (Vincent D‘Onofrio und William Fichtner). Juliette Lewis (übrigens fast häufiger oben ohne als bekleidet) entdeckt ihr Gesangstalent, Angela Bassett überzeugt als Unterstützerin Neros. Dazu kann sich die Technik auch nach über 15 Jahren sehen und hören lassen: Das Bild ist gut, die hinteren Lautsprecher werden munter eingesetzt, die Bässe hämmern, der Soundtrack passt zur Stimmung und überzeugt mit seinen dunklen Rock-Nummern.

Während der gefühlten 90 Minuten (für einen 140-Minüter ist das ein Riesen-Kompliment!) legte ich mir schon die knapp sehr gute Note zurecht, ehe ich als erfahrener Filmfreund gleich doppelt enttäuscht wurde: Wer der wahre Bösewicht ist, ahnte ich leider viel zu früh und das Ende ist ekelhaft kitschig. Es reißt einen förmlich aus der kurzweilig-genialen Endzeit-Sylvester-Stimmung und entlarvt den Film als dann doch nicht ganz so innovative Hollywood-Produktion. Da aber sonst beinahe alles stimmt, kann ich diesen virtuellen Trip durch eigene und fremde Erinnerungen jedem wärmstens ans Herz legen - auf dass er sich nicht in anderer Menschen Welten verliert...

Bild: gut Ton: sehr gut Synchronisation: sehr gut Musik: gut Kamera: sehr gut Schauspielerische Leistung: sehr gut Drehbuch/Regie: gut

Filmwertung für „Strange Days“: GUT – Note 1,6
 
The Fog - Nebel des Grauens
Genre: Horror Originaltitel: The Fog Produktion: USA 1980 Regisseur: John Carpenter Darsteller: Adrienne Barbeau, Jamie Lee Curtis, Janet Leigh, John Houseman, Tom Atkins, James Canning FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Vor genau einhundert Jahren ereignete sich im kleinen Küstenörtchen Antonio Bay eine schreckliche Tragödie, bei der viele Seemänner ums Leben kamen. Durch deren Gold entstand das Städtchen erst. Nun, am Jahrestag, kehren jedoch die Gester der Toten zurück - und sie meinen es nicht besonders gut mit den aktuellen Bewohnern…

„The Fog“ ist zweifelsohne ein Klassiker des Horror-Genres. Noch heute jagen einem vor allem die gespenstischen Erzählungen der alteingesessenen Bürger einen Schauer über den Rücken. Leider können die sonstigen Effekte nicht mehr überzeugen. Zwar ist der Streifen für sein Alter technisch noch recht ordentlich, doch errät man auch als Laie den Zeitpunkt möglicher Schockmomente problemlos im Voraus.

Überzeugend sind hingegen die Darsteller, allen voran Scream-Queen Jamie Lee Curtis. John Carpenters verfilmter Nebel ist all jenen zu empfehlen, welche eine audiovisuelle Reise in die Vergangenheit machen wollen - als die Geschichte noch mehr zählte als Gewalteskapaden und erschreckte Zuschauer. Fans der Filme, die sich heute „Horror“ nennen, könnten allerdings ein wenig gelangweilt sein. „The Fog“ ist eben inzwischen veraltet - aber meines Erachtens immer noch nett anzusehen.

Bild: befriedigend Ton: gut Synchronisation: sehr gut Musik: gut Kamera: gut Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend

Filmwertung für „The Fog“: BEFRIEDIGEND – Note 2,7
 

Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 10/11, das noch bis Ende September am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.

14. Oktober 2011

Trailer-Show: American Pie: Klassentreffen

Nächstes Jahr wird es ein Wiedersehen geben mit Stifler, Finch & Co. "American Pie: Klassentreffen" (OT: "American Reunion") vereint im Gegensatz zu den lahmen Spinoffs scheinbar alle Darsteller, die die Komödien-Trilogie so beliebt gemacht haben. Allerdings war ich mir recht sicher, dass die Geschichte nach dem dritten Teil zu Ende erzählt war. Ich bin gespannt, ob die Verantwortlichen mehr erreichen können als einen lauen Aufguss des alten Erfolgsrezepts. Auf dass die Erinnerung an "American Pie" eine positive bleibt...



Kleines Update, da sich dieser Artikel großer Beliebtheit erfreut.
Nachfolgend nun alle Trailer in deutscher Sprache (Stand: 1. Mai 2012):





Und hier noch einige Reaktionen auf das Screening in Berlin:

11. Oktober 2011

Kurz kritisiert: Melancholia

Genre: Drama / Science-Fiction Originaltitel: Melancholia Produktion: D, DK, F, I, SW 2011 Regisseur: Lars von Trier Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Charlotte Rampling, John Hurt, Alexander Skarsgård, Stellan Skarsgård, Brady Corbet, Udo Kier, Jesper Christensen FSK: 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Concorde

Stell‘ dir vor, alle feiern deine Hochzeit - nur du nicht… Justine (Kirsten Dunst) ist die nicht sonderlich glückliche Braut, welche aufgrund starker Depressionen Probleme mit gängigen Bräuchen und Konventionen hat. Statt die Hochzeitstorte anzuschneiden, nimmt sie etwa einfach mal spontan ein Bad. Klar, dass das weder den Gästen, allen voran Claire (Justines Schwester, gespielt von Charlotte Gainsbourg) und deren Mann (richtig gut: Kiefer Sutherland) sowie dem Hochzeitsplaner (kurios: Udo Kier) sonderlich gefällt. Dazu fordert sie ihr Chef auch noch auf, sich während der Party einen Slogan für eine neue Werbekampagne zu überlegen. Doch dies alles wirkt unglaublich unwichtig im Vergleich zum Planeten Melancholia, der sich auf direktem Weg zur Erde befindet und bereit ist, statt dem Hochzeits- das Tanzbein des Todes zu schwingen…

Nach einem mehrminütigen Einstieg aus klassischer Musik und Sequenzen in Super-Zeitlupe, der stark an Lars von Triers letztes Werk „Antichrist“ erinnert, erlebt der Zuschauer neben den völlig durchgeknallten Gästen, die sich mit unglaublich offenen Worten gegenseitig niedermachen, vor allem Justines langsamen Zusammenbruch mit, den auch Claire kaum verlangsamen kann. Später wendet sich das Blatt und Justine muss Claire unterstützen, als die im Angesicht des möglichen Weltuntergangs panisch um ihr Leben fürchtet. Dieser Wandel, dieser Wechsel des jeweiligen Souveräns, ist hochinteressant, wenngleich für den Regisseur fast schon Standard. Dennoch ist es unglaublich, wie er es immer wider schafft, seine Darsteller zu Bestleistungen anzutreiben - wer hätte beispielsweise gedacht, dass Kiefer Sutherland ein richtig ernst zu nehmender Charakterdarsteller sein kann? Nicht verschwiegen werden sollte auch die Leistung des filmischen Schwesternpaares Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg. Während erstere verdientermaßen mit dem Silbernen Löwen in Cannes ausgezeichnet wurde, überzeugt letztere nach ihrer geradezu teuflischen Rolle in „Antichrist“ erneut auf ganzer Linie.


„Melancholia“ ist insgesamt trotz kühler Bilder und latenter Weltuntergangsstimmung deutlich hoffnungsvoller als „Antichrist“, was sich vor allem im herrlich kuriosen, beinahe surrealen Humor bemerkbar macht, aber auch in der klareren Aussage. Man merkt förmlich, dass es dem dänischen Regisseur nach seinem großen Tief während der Dreharbeiten zum Quasi-Vorgänger langsam wieder etwas besser geht. Ob jedoch die Konfrontation der Planeten Erde und Melancholia ein gutes Ende nehmen wird? Sagen wir es so: Wer Lars von Triers bisherige Werke kennt, wird sich die Antwort bereits denken können. Jedenfalls habe ich im Kino während der ersten Minute eines Abspannes noch nie eine solche Stille vernehmen dürfen… „Melancholia“ ist ganz großes Independent-Kino: variantenreich, intelligent, grandios - und ganz sicher nicht für Jedermann.

Filmwertung: SEHR GUT – Note 1,2



Anmerkung: Die Idee zu dieser Geschichte kam Lars von Trier nach einem Briefwechsel mit Penélope Cruz. Da diese jedoch wegen eines anderen Projektes absagen musste, übernahm Kirsten Dunst die Hauptrolle.

31. August 2011

Double-Feature: The Fall / Dead Heat

The Fall - Im Reich der Fantasie
Genre: Fantasy-Drama Originaltitel: The Fall Produktion: GB, IND, USA 2006 Regisseur: Tarsem Singh Darsteller: Catinca Untaru, Justine Waddell, Lee Pace, Kim Uylenbroek, Aiden Lithgow, Sean Gilder FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight / Universum

Roy ist Stuntman und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Er will sich das Leben nehmen und seine Mitpatientin Alexandria (Catinca Untaru) dazu überreden, ihm eine Überdosis Morphium zu beschaffen. Dazu erzählt er ihr eine epische Geschichte, für deren Fortsetzung sie bereit ist, ihrem Märchenonkel den ein oder anderen Gefallen zu tun…

Highlight dieses außergewöhnlichen Films ist ganz klar die fantasievolle Geschichte und die elegante Art, wie diese in die Haupthandlung eingebunden wird. Die Bilder sind traumhaft schön und nahezu perfekt gefilmt, beispielsweise wird in einer Szene von einem Gesicht in der Totalen auf eine Fels- und Sandformation umgeblendet, welche exakt den Konturen der vorigen Aufnahme entspricht (siehe Trailer). Der (leider nie auf CD erschienene) Soundtrack steht dem in nichts nach und untermalt die Szenen geradezu traumhaft gut. Da der Ton sehr räumlich abgemischt ist, gibt es für die Technik fast ausschließlich Höchstwertungen.

Dies ist vor allem deshalb beeindruckend, weil Regisseur Tarsem Singh auf Spezialeffekte verzichtete - selbst die architektonisch mitunter unglaublichen Locations sind nicht im Computer entstanden. Doch auch schauspielerisch ist „The Fall“ zu empfehlen. Die unbekannten Darsteller agieren glaubhaft, auch die Synchronstimmen sind gut gewählt. Gegen Ende fallen leider immer wieder kleinere Längen auf, die den Gesamteindruck durchaus schmälern und eine sehr gute Wertung verhindern. Dennoch kann ich Tarsem Singhs Fantasy-Drama jedem Filmfan nur wärmstens ans Herz legen. „The Fall“ ist nicht nur künstlerisch hochwertig, sondern auch erzählerisch auf gutem Niveau.

Bild: sehr gut Ton: sehr gut Synchronisation: gut Musik: sehr gut Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: gut Kamera: sehr gut

Filmwertung für „The Fall“: GUT – Note 1,7



Deat Heat - Tödliches Rennen
Genre: Thriller / Drama Originaltitel: Dead Heat Produktion: D, CDN 2001 Regisseur: Mark Malone Darsteller: Kiefer Sutherland, Anthony LaPaglia, Radha Mitchell, Lothaire Bluteau, Daniel Benzali, Kay Panabaker, Denis Arndt, Charles Martin Smith, Michael Benyaer FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Pally LaMarr (Kiefer Sutherland) steckt nach seinem frühen Karriereende bei der Polizei in einer tiefen Sinnkrise, will sich gar das Leben nehmen. Sein Stiefbruder (Anthony LaPaglia) überredet ihn schließlich, Geld in ein Rennpferd zu investieren. Doch gerade, als es mit Pally langsam wieder bergauf geht, begleicht der Jockey seine Spielschulden mit eben dem Pferd, das er eigentlich reiten sollte. Der Gaul ist also erstmal in den Händen des organisierten Verbrechens - doch so leicht gibt sich der Ex-Cop nicht geschlagen…

Ein B-Movie mit Kiefer Sutherland in der Hauptrolle verspricht nicht gerade höchste Filmunterhaltung. Und tatsächlich: Obwohl „Dead Heat“ im Vergleich zu vielen anderen ähnlich gelagerten Filmen des Mimen wirklich solide ist, kann er nur in Teildisziplinen überzeugen: So ist er kurzweilig, bietet einen passenden Score, zeigt sich technisch zumindest solide und überzeugt gar vollkommen mit sehr guten, bis in die kleinste Nebenrolle passenden Synchronsprechern. Auf der anderen Seite reizt der Streifen weder die Möglichkeiten eines Thrillers noch eines Dramas gut aus, obwohl beides möglich gewesen wäre. Das unlogische und konstruiert wirkende Ende sorgt schließlich für eine gerade noch befriedigende Wertung. Wer den Hauptdarsteller mag, kann aber problemlos zuschlagen.

Bild: befriedigend Ton: gut Synchronisation: gut Musik: gut Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: befriedigend

Filmwertung für „Deat Heat“: BEFRIEDIGEND – Note 3,3



Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 09/11, das noch bis Ende September am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer und ein Featurette zum Kinofilm „Planet der Affen: PRevolution“ enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.

9. August 2011

Das Filmzeugnis hat endlich ein Titelbanner - außerdem: Blick in die Zukunft dieses Blogs

Hallo Freunde des Films,

nach über einem Jahr bekommt diese Seite nun endlich das, was längst überfällig war: Ein passendes Titelbanner, welches wunderbar zum Thema der Seite passt. Vielen Dank an Reiner von Bronewski für den gelungenen Photoshop-Einsatz! Hier ein kleiner Vergleich:

Aus
wurde

Mit Hilfe des Banners konnte ich auch gleich ein individuelles Favicon für die Browserzeile bzw. das Tab-Fenster erstellen:

Ich hoffe, euch gefällt das Titelbild genauso gut wie mir! Ich freue mich wie immer über jeden Kommentar.

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Ausblick auf die kommenden Wochen
Nach der Zeugnisvergabe kommen bekanntlich die Ferien. Und auch ich werde in den nächsten Wochen Urlaub machen. Anschließend stürze ich mich in eine neue berufliche Aufgabe, weshalb die Updates seltener sein werden, auch was die TV-Tipps anbelangt. Schaut dennoch immer mal wieder vorbei, ganz verwaisen wird die Seite sicher nicht. Übrigens sind Gastautoren nach wie vor willkommen. Wer Interesse hat, möge sich bei mir melden.

5. August 2011

TV-Tipps: Elf käufliche Psychos sind wahnsinnig verliebt

Dreieinhalb Thriller und eine Unterhaltungssendung bestimmen die Empfehlungen der kommenden Tage.

Samstag, 06.08.2011:

PRO 7, 20.15 Uhr: Elton vs. Simon - Die besten Duelle
Natürlich ist das Original besser: Kenny vs. Spenny ist spaßiger, kompromissloser und weniger familienfreundlich. Außerdem ist die Variante der letzten Staffel, als Elton und Simon in vielen Minispiele gegeneinander antraten, nicht so fesselnd wie die Duelle, die über eine ganze Sensung gingen (etwa Wer verdient in drei Tagen am meisten). Und dennoch stimmt die Harmonie zwischen den beiden und wird höchstens von der talentlosen Moderatorin beeinträchtigt.

Sonntag, 07.08.2011:

RTL, 20.15 Uhr: Ocean‘s Eleven
Der erste Teil der Gaunerkomödie bietet unzählige Schauspielgrößen Hollywoods auf und kann auf ganzer Linie überzeugen. Wenn sich George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und Co. Aufmachen, um ein Casino in Las Vegas vom schnöden Mammon zu befreien, ist das spannend, gewitzt und einfach ideal für einen netten Filmabend.

Mittwoch, 10.08.2011:

ARD, 0.35 Uhr*: Psycho
Das Original des Gruselfilms ist einer der besten Filme Alfred Hirchcocks. Wenn Norman Bates 51 Jahre nach dem Filmstart auf Frauenjagd geht, ist das noch immer spannend und ausgezeichnet gefilmt.

Donnerstag, 11.08.2011:

SAT.1, 0.25 Uhr*: Das Urteil - Jeder ist käuflich
Verworrener Justizthriller um trickreiche Anwälte und eine käufliche Jury. Vor neun Jahren im Kino verstand ich nicht jeden Zusammenhang, seitdem habe ich den Film nicht mehr gesehen. Es wird wohl mal wieder Zeit.

Freitag, 12.08.2011:

3sat, 22.25 Uhr: Wahnsinnig verliebt
Audrey Tautou spielt hier den verrückten Gegenpart zur charmant-zauberhaften Amélie und kämpft um die Liebe des Arztes Loïc. Der Film wird dabei zuerst aus ihrer, später aus seiner Perspektive gezeigt. Entstanden ist ein französischer Psycho-Thriller, wie er besser kaum sein könnte. Wie vor gut einem Monat mein Highlight der Woche!

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Mittwoch läuft also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

Top-Sender der Woche: - (je eine Empfehlung)

Erneut fand ich nichts, das ich am Montag oder Dienstag hätte empfehlen können - außer dem typischen Zweitligaspiel am Montag (Rostock trifft auf Bochum) vielleicht. Was meint ihr?

2. August 2011

Kurz kritisiert: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen

Genre: Dokumentation Originaltitel: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen Produktion: D 2011 Regisseur: Aljoscha Pause Darsteller: Thomas Broich u.a. FSK: ab 0 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Mindjazz Pictures

Thomas Broich kann auf ein wahrlich bewegtes Fußballerleben zurückblicken - und das, obwohl er mit 30 Jahren noch immer als Profi gegen den Ball tritt. Lange Zeit gehörte er neben Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski zu den aufstrebenden Talenten, die bei der WM 2006 für Furore sorgen sollten. Doch es kam anders: Während die Erstgenannten bereits unzählige Länderspiele bestritten haben, durfte Thomas Broich nie das Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft überstreifen. Und so entstand eben nicht der vom Regisseur erwartete Film über einen baldigen Star, sondern das Zeitzeugnis eines langen Absturzes und einer späten Erlösung. Der Filmtitel geht übrigens auf die erste E-Mail-Adresse des Kickers zurück, in der er die Brücke zu seinem großen Idol Zinedine Zidane schlägt: tommeetszizou@aol.com.

Die erste Langzeitdokumentation (2003-2011) über einen deutschen Fußballer besteht vor allem aus Spielszenen, Interviews mit Thomas Broich und vielen seiner Weggefährten, etwa Christoph Daum, zu dem er kein gutes Verhältnis hatte, und dem Reflexion des ganzen durch den inzwischen wieder geerdeten Menschen. Mitspieler und Trainer erzählen süffisant von ihrer Verwunderung über seinen Hang zur klassischen Musik und vor allem zur Literatur, die Presse nimmt dies dankbar auf. Broich ist eben kein normaler Fußballprofi: Er ist technisch herausragend, fast schon ein Künstler, doch stimmt sein Lebensstil nicht mit dem überein, was man hierzulande als richtig erachtet, wenn man in der Bundesliga und Nationalmannschaft Fuß fassen will.

Und so macht auch der Film eine Wendung: Vom jungen Talent, das von der Presse als „Mozart“ bezeichnet wurde und mit glänzenden Augen Begeisterung über das Interesse an ihm berichtet, über den immer mehr grübelnden Status als verletzter, formschwacher und von vielen Trainern missverstandener Fußballkünstler mit fehlendem Ergeiz bis hin zum Neuanfang in Australien und dem Blick zurück auf eine alles andere als gewöhnliche Karriere. Dabei lernt man den Protagonisten als durchaus selbstkritischen Menschen kennen, der aber auch nicht ganz verstecken kann, dass er dennoch viel von sich und seiner Persönlichkeit hält. Dass ihn dies dennoch nicht unsympathisch erscheinen lässt, liegt auch an der guten filmischen Umsetzung durch den Dokumentarfilmer Aljoscha Pause, der den Zuschauer in über zwei Stunden mit guter Musik, auflockerndem Humor, gelungenen Schnitten und beeindruckenden Spielszenen bei der Stange hält. Wer sich auch nur ansatzweise für die Hintergründe der ach so schönen Bundesligawelt interessiert, darf sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Filmwertung: GUT – Note 1,8



Anmerkung: Alle sechs hochinteressanten Trailer zum Film listete ich bereits vergangene Woche übersichtlich auf: Zur Trailer-Show.

29. Juli 2011

TV-Tipps: Hannibal und das kapitalistische Rotkäppchen

Die Fernsehwoche bietet ein abwechslungsreiches Programm aus Animation, Action, Drama, Dokumentation und Sport, wobei alle Tagestipps sogar werbefrei im Programm der Öffentlich-Rechtlichen zu genießen sind.

Samstag, 30.07.2011:

BR, 10.15 Uhr: Die Rotkäppchen-Verschwörung
Nicht ganz so witzig wie ich ursprünglich erwartet habe, aber dennoch ein nettes Animationsabenteuer. Auch der Vorgänger des vergangene Woche angelaufenen „Das Rotkäppchen-Ultimatum“ ist leise an die Bourne-Trilogie angelehnt und sorgt dank guter Synchronsprecher für eine kurzweilige Mischung aus Action und Humor.

Sonntag, 31.07.2011:

ZDF, 0.20 Uhr*: Hannibal
Der ebenso kranke wie geniale Serienmörder und Kannibale Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) wird von einer FBI-Agentin (Julianne Moore) gejagt. Der zweite Teil der Hannibal-Trilogie spielt zehn Jahre nach „Das Schweigen der Lämmer“ und ist für mich der mit Abstand beste Film der Reihe. Anthony Hopkins spielt derart überzeugend, dass es eine wahre Freude ist. Doch der Psychothriller ist nichts für schwache Nerven, bietet er doch neben schöner Musik und toller Aufnahmen auch viele blutige Szenen. Doch in diesem Fall ist das nur ein weiteres Qualitätsmerkmal und damit Grund genug, mein Highlight der Woche zu sein!

Mittwoch, 03.08.2011:

ARTE, 22.50 Uhr: Princesas - Prinzessinnen der Straße
Das spanische Drama behandelt die schwierige Situation der in Madrid beheimateten Prostituierten Caye, die sich vor allem über ihre lateinamerikanischen Konkurrentinnen ärgert - bis sie sich selbst mit einer Illegalen anfreundet. Das Drama zeichnet ein realistisches Porträt der beiden unterschiedlichen Frauen und unterstreicht das Ganze mit einer Prise Lokalkolorit und passender Musik.

Donnerstag, 04.08.2011:

ZDF, 23.00 Uhr: Kapitalismus - eine Liebesgeschichte
Michael Moore ist die Legende des manipulativen Dokumentationsfilmes. Es dreht sich alles so zurecht, dass seine Meinung als die einzig richtige dasteht und kümmert sich nicht ansatzweise um Objektivität. Trotzdem ist auch „Kapitalismus - eine Liebesgeschichte“ vom Anfang bis zum Ende kurzweilig. Sollte man sehen, aber nicht unbedingt für bare Münze nehmen.

Freitag, 05.08.2011:

ARD, 20.15 Uhr: Bundesliga - 1. Spieltag
Traditionell läuft das Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga im Ersten. Dabei hat Borussia Dortmund, der Meister der Vorsaison, die Möglichkeit, durch den 31. Sieg die Bilanz gegen den Hamburger SV ausgeglichen zu gestalten. Doch sollte man den neu aufgestellten Sportverein aus der Hansestadt nicht unterschätzen, setzt dieser nun doch verstärkt auf junge, hungrige Spieler - wenngleich es etwas irritiert, dass der neue Sportdirektor einen Großteil der Neuzugänge vom FC Chelsea verpflichtete - eben jenem Verein, dessen sportliche Leitung er letzte Saison noch selbst inne hatte…

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Die Entschuldigung der Woche…

… geht an vier weitere empfehlenswerte Filme: Während es montags und dienstags aus meiner Sicht nichts gibt, das unbedingt empfehlenswert ist, bieten zwei andere Tage ein ganzes Füllhorn guter Zelluloid-Unterhaltung: Am Mittwoch darf man sich um 20.15 Uhr etwa zwischen dem Action-Epos „Last Samurai“ (SAT.1) mit Tom Cruise und dem Drama „Eiskalte Engel“ (KABEL 1) mit Ryan Phillippe, Sarah Michelle Gellar und Reese Witherspoon entscheiden, während am Freitag „Master and Commander“ (20.15 Uhr, RTL II) mit Russell Crowe und Paul Bettany sowie „Flight Plan - Ohne jede Spur" (21.45 Uhr, PRO 7) mit Jodie Foster und Peter Sarsgaard um die Gunst des Zuschauers streiten - neben den jeweiligen Tagestipps, versteht sich.

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Sonntag läuft also in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Top-Sender der Woche: ZDF (zwei Empfehlungen)

Der Kommentarbereich steht euch offen: Habe ich etwas zu Unrecht unterschlagen, seid ihr mit einem Tipp nicht einverstanden oder wollt ihr aus einem anderen Grund zu Wort kommen? Egal, immer raus mit der Sprache!

28. Juli 2011

Trailer-Show: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen

Die erste Langzeitdokumentation über einen deutschen Fußballspieler zeigt die wichtigsten Stationen im Leben des Thomas Broich, welcher in der Bundesliga als ähnlich großes Talent wie Lahm, Podolski oder Schweinsteiger galt. Doch in Gladbach, Köln und Nürnberg sollte er sich nie richtig durchsetzen. Er war als Typ alles andere als ein Musterprofi, zeigte Schwächen, war offen und ehrlich. Dies machte ihn angreifbar und trieb ihn letztlich zu einer Flucht ins ferne Australien. Was erst ein mehrwöchiger Trip war, wurde bald zur ständigen Realität. Heute spielt Broich bei Brisbane Roar, ist gefeierter Star der Liga, kann aber dennoch er selbst sein: Ein begnadeter Fußballer, der sich nicht scheuen muss, am Leben teilzunehmen.

Leider gibt es so viele gute Trailer vom Film, dass ich mich nicht für einen entscheiden will und kann. Ich verlinke alle, erkläre aber in einem einleitenden Satz jeweils, was zu sehen sein wird, um euch die Auswahl zu erleichtern. Doch wer sich auch nur ein klein wenig für Fußball interessiert, schaut sowieso alle Trailer nacheinander - es lohnt sich!

Christoph Daums und Thomas Broichs kontroverse Ansichten über ihr "Verhältnis":


Broich reflektiert die Folgen seines Willens, anders zu sein:


Broich über die Angst im Fußball und sein ehemaliger Trainer Michael Oenning gibt seine Einschätzung zum Besten:


Wie gut es Thomas Broich in Australien geht, sieht man auch an diesem unglaublichen Tor, welches verdientermaßen zum schönsten in der Clubgeschichte seines neuen Vereins Brisbane Roar gewählt wurde:


Einer der besten Trailer ist sicherlich diese Zusammenstellung einiger Interview-Fetzen mit Broich und die Einschätzung des Experten-Trios Horst Köppel, Berti Vogts und Udo Lattek:


Ausschnitt aus dem Aktuellen Sportstudio mit Johannes B. Kerner, außerdem: Das Ende in Deutschland und der Neuanfang in Australien:


Die Rezension zu "Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen"
ist inzwischen auch online: Zur Kritik.

27. Juli 2011

Double-Feature: Faculty - Trau keinem Lehrer! / Redline

Faculty - Trau keinem Lehrer!
Genre: Sci-Fi-Thriller Originaltitel: The Faculty Produktion: USA 1998 Regisseur: Robert Rodriguez Darsteller: Elijah Wood, Jordana Brewster, Clea DuVall, Laura Harris, Josh Hartnett, Salma Hayek, Famke Janssen, Piper Laurie, Christopher McDonald, Robert Patrick FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Dass viele Lehrer ein seltsames Verhalten an den Tag legen, ist nicht weiter ungewöhnlich. Dies ist erst dann der Fall, wenn die Pauker nach und nach zu Aliens mutieren. An einer amerikanischen Highschool passiert genau das und es liegt an einer kleinen Gruppe Schüler, dem zu Beginn unbekannten Anführer der Parasiten den Garaus zu machen.

Liest man die Namen Josh Hartnett, Salma Hayek und Elijah Wood, klingt das nach einem großen Staraufgebot. Doch die Genannten feierten erst nach „Faculty“ ihren großen Durchbruch in Hollywood. Robert Rodriguez‘ Geschick, talentierte Jungschauspieler zu entdecken, ist also nicht von der Hand zu weisen. Leider ist das Drehbuch und seine Regie weit weniger lobenswert, bewegen sich beide doch auf den typischen Pfaden des überraschungsarmen Teenie-Gruslers. Die üblichen Schockeffekte, Sprüche und Erzählstränge können aber eines dennoch nicht verhindern, nämlich den Spaß, den man beim Sehen hat. Leider wird diese Kurzweil von Bildrucklern, welche vor allem in der ersten Filmhälfte auftreten, gestört, wenngleich sie nicht so stark sind wie beim Beileger des aktuellen DVD Magazins. Alles in allem ist „Faculty - Trau keinem Lehrer!“ ein ebenso netter wie harmloser Vertreter seines Genres: sehenswert, aber kein Muss.

Bild: ausreichend Ton: gut Synchronisation: gut Musik: befriedigend Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: gut

Filmwertung für „Faculty“: BEFRIEDIGEND – Note 2,6



Redline
Genre: Action Originaltitel: Redline Produktion: USA 2007 Regisseur: Andy Cheng Darsteller: Nathan Phillips, Nadia Bjorlin, Angus Macfadyen, Eddie Griffin, Tim Matheson, Jesse Johnson FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight / Universum

Die Story ist in diesem Actioner recht nebensächlich. Vielmehr geht es um illegale Rennen mit schnellen und teuren Autos, coole Sprüche, riskante Wetteinsätze und aufgepumpte Silikonbrüste. Doch besorgte Eltern müssen keine Angst haben: „Redline“ ist absolut harmlos und die FSK-Einstufung ab 12 Jahren ist fast schon zu hoch gegriffen. Die Darsteller agieren durch die Bank überdreht, teilweise fast schon nervig, was eine Identifikation mit ihnen unmöglich macht. Dass es in dieser Teildisziplin dennoch zu einer „befriedigenden“ Wertung reicht, liegt vor allem am überzeugenden Angus Macfadyen, bekannt aus „Equilibrium“.

Technisch überzeugt Redline auf ganzer Linie: Die Autorennen erinnern an ein Videospiel, so farbenfroh und effektgeladen ist das Bild. Aus den Lautsprechern kracht und donnert es, dass man zu später Stunde Lautstärke und Bassregler im Auge haben sollte. Die Synchronsprecher sind gut gewählt, können aber gegen die teilweisen lächerlichen Sprüche des Drehbuchs nichts ausrichten. Alles in allem ist „Redline“ ein sinnfreies und technisch beeindruckendes Action-Feuerwerk - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bild: gut Ton: gut Synchronisation: gut Musik: befriedigend Schauspielerische Leistung: befriedigend Drehbuch/Regie: ausreichend Kamera: gut

Filmwertung für „Redline“: BEFRIEDIGEND – Note 3,3



Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 08/11, das seit heute und noch bis Ende August am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.

22. Juli 2011

TV-Tipps: Manitu befriedigt Fußballer auf der Brücke

Aus Zeitgründen gibt es diese Woche nur eine Miniversion der Fernsehempfehlungen, in welchen ich einige der aus meiner Sicht sehenswertesten Programme kurz vorstelle:

Samstag, 23.07.2011:

ZDF, 20.15 Uhr: DFL Supercup
Auf Schalke treffen Pokalsieger Schalke 04 und Borussia Dortmund, der Deutsche Meister, aufeinander. Das Ziel: Den ersten ernst zu nehmenden Titel der Saison gewinnen und natürlich den Reviernachbarn möglichst deutlich besiegen!

PRO 7, 20.15 Uhr: Der Schuh des Manitu
Wer nicht auf Fußball steht, widmet sich der sehr witzigen, aber wahrscheinlich auch längst bekannten Persiflage der Winnetou-Western nach Karl May - von und mit Bully Herbig.

Dienstag, 26.07.2011:

SWR, 22.30 Uhr: Die Brücken am Fluss
Emotional-melodramatischer Klassiker mit Clint Eastwood und Meryl Streep.

Mittwoch, 27.07.2011:

3sat, 22.25 Uhr: Irina Palm
Eine über fünfzigjährige Witwe muss dringend Geld verdienen und findet einen Job in einem Erotikclub. Zunächst widerwillig, dann aber sehr erfolgreich befriedigt sie Männer, welche ihr bestes Stück durch ein Wandloch in ihre Hände (engl. „palm“ = Handfläche) geben. Hinter dieser Geschichte verbirgt sich ein wunderbar sanfter, berührender und teilweise auch angenehm humorvoller Film, also kurz: Mein Highlight der Woche.

Donnerstag, 21.07.2011:

ARD, 22.45 Uhr: Elegy oder die Kunst zu lieben
Literaturprofessor (Ben Kingsley) beginnt eine Affäre mit einer deutlich jüngeren Studentin (Penélope Cruz). Das kunstvolle Drama wird zwar von den wenigsten Kritikern wirklich empfohlen, jedoch steht es schon einige Zeit auf meiner (viel zu langen) Liste der Filme, welche ich in Zukunft unbedingt mal sehen möchte.

An vielen Tagen entdeckte ich leider überhaupt nichts, das ich empfehlenswert fand. Wer mag, darf aber gerne im Kommentarbereich auf die von mir eventuell nicht genannten Filme und Sendungen der nächsten Woche hinweisen.

21. Juli 2011

DVD-Kritik: Kids - In den Straßen New Yorks

Genre: Drama / Biopic Originaltitel: A Guide to Recognizing your Saints Produktion: USA 2006 Regisseur: Dito Montiel Darsteller: Robert Downey Jr., Shia LaBeouf, Chazz Palminteri, Dianne Wiest, Channing Tatum, Rosario Dawson FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): MIG / Euro-Video

Dito (Shia LaBeouf) wächst Mitte der 80er-Jahre in einem ärmlichen Viertel New Yorks auf, umringt von Perspektivlosigkeit, Frustration und Langeweile. Er pflegt falschen Umgang und hat ein gespaltenes Verhältnis zu seinen Eltern (Chazz Palminteri, Dianne Wiest), weshalb er irgendwann den Absprung wagt, nach Kalifornien zieht und den Kontakt zu seinem alten Umfeld abbricht. Knapp 20 Jahre später erhält der längst erwachsene Dito (Robert Downey Jr.) jedoch eine Anruf, dass sein Vater schwer erkrankt sei. Er reist zurück, trifft alte Bekannte wieder und stellt sich seiner Vergangenheit…

Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten aus dem Leben des Regisseurs und Drehbuchautors Dito Montiel beruht, ist ein entscheidender Pluspunkt. Denn viele frei „erfundene“ Genrevertreter überfrachten ihre Erzählungen mit unrealistischen Action-Elementen. Hier stehen neben den Charakteren vor allem Erziehung, Respekt, Freundschaft und Liebe im Vordergrund. Die beiden Zeitebenen veranlassten den Regisseur dazu, die meisten Rollen mit unterschiedlichen Schauspielern zu besetzen, was leider oftmals unglaubwürdig ist. Wer würde schon glauben, dass aus dem seltsam unförmigen Gesicht Shia LaBeoufs die markanten Züge des Robert Downey Jr. entspringen könnten!? Schauspielerisch hingegen ist das Drama hochklassig besetzt. Bis auf wenige Ausnahmen (Shia LaBeouf, Channing Tatum fallen etwas ab) überzeugen die Darsteller, allen voran natürlich Robert Downey Jr. sowie dessen Filmeltern.

Technisch ist der Magazinbeileger leider misslungen: Häufige Artefakte stören das Bild ebenso wie ständiges Ruckeln, das mitunter zu einer kurzen Asynchronität von Bild und Ton führt. Nach Möglichkeit sollte man also auf die Original-DVD zurückgreifen. Auch der Verzicht auf die Stammsprecher einiger Schauspieler kostet Punkte. Alles in allem ist „A Guide to Recognizing your Saints“, dessen deutscher Titel zwar weniger interessant, aber immerhin auch nicht unpassend ist, ein vor allem in der zweiten Filmhälfte gelungenes Coming-of-Age-Biopic, das vom wahren Hintergrund und dem intensiven Spiel seiner Darsteller lebt.

Bild: mangelhaft
Ton: gut
Synchronisation: befriedigend
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: gut
Drehbuch/Regie: gut
Kamera: gut
Extras: - (siehe "Anmerkung" weiter unten)

Filmwertung: GUT – Note 2,4



Anmerkung: Getestet wurde der Film als Beileger des DVD Magazins 07-08/11, das noch bis Mitte August am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Serienfolgen und einige Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier.

19. Juli 2011

Trailer-Show: The Dark Knight Rises

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Rubrik: In der Kategorie "Trailer-Show" zeige ich in (vorerst) unregelmäßigen Abständen interessante Vorschauen zu kommenden Filmen, von denen man einiges erwarten darf. Den Anfang macht der Abschluss von Christopher Nolans Batman-Trilogie. Nach "Batman Begins" und "The Dark Knight" kommt "The Dark Knight Rises" frühestens im Jahr 2012 in die Kinos. Natürlich werden neben Christian Bale auch wieder Michael Caine, Gary Oldman und Morgan Freeman vor der Kamera stehen. Ebenfalls mit dabei: Anne Hathaway, Tom Hardy, Marion Cotillard und Joseph Gordon-Levitt. Über die Geschichte ist noch nichts bekannt, außer natürlich, dass die Erzählung um den schwarzen Ritter zum Abschluss gebracht wird...



Ich persönlich fand ja "Batman Begins" aufgrund der gut erzählten Hintergrundgeschichte noch viel besser als der in der Regel beliebtere zweite Teil. Was meint ihr und vor allem: Was erwartet ihr vom Abschluss der Superhelden-Saga?

15. Juli 2011

TV-Tipps: Wilde Lolitas glauben an englische Minderheiten

Nach der eher ernsten vergangenen Fernsehwoche folgen in den nächsten Tagen auch zwei heitere Programme. Doch all die Freude wird leider überschattet von einem zu Unrecht hochgelebten, mehrfach Oscar-prämierten filmischen Totalausfall…

Samstag, 16.07.2011:

RBB, 23.45 Uhr: Reservoir Dogs - Wilde Hunde
Sechs Spezialisten werden für einen Geheimauftrag akquiriert, der natürlich schief läuft. Als dann noch Mitglieder der zusammen gewürfelten Gruppe das Zeitliche segnen, macht sich Unruhe breit. Klassischer Gangster-Thriller von Quentin Tarantino, der vor allem vom Zusammenspiel und der unnachahmlichen Kommunikation seiner Charaktere lebt.

Sonntag, 17.07.2011:

KABEL 1, 16.45 Uhr: Glauben ist alles!
Ein Priester (Edward Norton) und ein Rabbi (Ben Stiller) verlieben sich in die selbe Frau (Jenna Elfman). Was wie der Beginn eines schlechten Witzes klingt, ist in Wahrheit das gelungene Regiedebüt Edward Nortons. Dank der guten Schauspieler weiß die charmante Komödie auch größtenteils zu überzeugen. Ein perfekter Sonntagnachmittagsfilm.

Montag, 18.07.2011:

PRO 7, 3.20 Uhr*: Minority Report
Am Vorabend um 22.05 Uhr konnte er sich nicht gegen den Tagestipp durchsetzen, montags hingegen schafft es auch „Minority Report“ locker, an der schwachen Konkurrenz vorbei zu ziehen. Allein die Idee, Verbrechen aufzuklären, bevor diese passieren, lohnt schon das Ansehen. Doch auch filmisch ist Steven Spielbergs Sci-Fi-Thriller spannend und trotz Tom Cruise durchweg unterhaltsam.

Dienstag, 19.07.2011:

WDR, 0.25 Uhr*: Lolita
Die Buchvorlage des filmischen Originals sorgte in den 50er-Jahren aufgrund der heiklen Thematik (ein Literaturprofessor verliebt sich in eine Minderjährige und beginnt eine Affäre mit ihr) für einen echten Skandal. Bis heute ist Nabokovs Roman vielerorts zensiert. Stanley Kubrick inszenierte daher ein leicht abgeschwächtes, aber dennoch intensives Drama, das man gesehen haben sollte.

Mittwoch, 20.07.2011:

SAT.1, 20.15 Uhr: Das Finale des LIGA total!-Cups
Borussia Dortmund, Bayern München, der Hamburger SV und der FSV Mainz 05 tragen in der neuen, aber keineswegs schönen Mainzer „Arena“ das alljährliche Vorbereitungsturnier aus, welches Lust auf die kommende Bundesliga-Saison machen soll. Wer ins Finale kommt, kann ich heute natürlich noch nicht sagen, das bereits um 18.30 Uhr ausgestrahlte Spiel um Platz 3 könnte mindestens genauso interessant werden.

Donnerstag, 21.07.2011:

ZDF, 22.15 Uhr: Frost / Nixon
Ron Howards hervorragendes Politik-Drama wurde für fünf Oscars nominiert, ging bei der Verleihung aber leer aus. Dass das nichts heißen muss, zeigt der Untipp der Woche weiter unten. Das Rededuell des britischen Talkmasters David Frost mit dem ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon schrieb zu Recht Geschichte und wurde hier so gut verfilmt, dass es in meiner Rezension fast zum „sehr gut“ gereicht hätte. Doch knappe Wertungen hin oder her: „Frost/Nixon“ ist ganz klar mein Highlight der Woche!
Link
Freitag, 22.07.2011:

PRO 7, 01.35 Uhr: Broken Comedy
In Zeiten von harm- und sinnloser Schenkelklopfer-Komik à la Mario Barth muss diese kleine Perle am deutschen Comedy-Himmel einfach mal Erwähnung in meinen Wochentipps finden. Carolin Kebekus, Serdar Somuncu und 50 Sven (trotz mehrminütiger Suche fand ich seinen richtigen Namen in den Wirren des weltweiten Netzes leider nicht heraus) sorgen wöchentlich für Sprüche weit unter der Gürtellinie. Sie sind unangepasst, sympathisch und vor allem: Sie machen Spaß. Wer sich selbst überzeugen möchte, kann ja mal einen Blick auf ihre Homepage riskieren.

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Der Untipp der Woche:

Der englische Patient

Neun (!) Oscars müssen nichts Gutes verheißen: Der englische Patient ist bis heute der langweiligste Film, den ich je gesehen habe. Zweieinhalb Stunden, die wie zweieinhalb Tage wirken und eine Geschichte erzählen, die in einen Kurzfilm gepasst hätte. Romantisch soll er sein, wunderschön und dramatisch. Doch in Wahrheit empfand ich den Streifen als Zeitverschwendung der übelsten Sorte. Dennoch will ich ihn wieder sehen: Mein Geschmack hat sich in den letzten Jahren gewandelt, vielleicht werde ich dem vermeintlichen Meisterwerk ja einfach nicht gerecht. Doch leider finde ich nach meinen kritischen Bemerkungen keinen mehr, der ihn mit mir anschauen möchte. Dann also ein einsamer Filmabend? Besser nicht, sonst falle ich noch in einen geradezu komatösen Schlaf oder erleide bleibende Schäden. Kurzum: „Der englische Patient“ ist trotz guter Schauspieler (abgesehen von Ralph Fiennes, der hier grausam spielt) weniger der Untipp der Woche, er ist vielmehr der Untipp meines Lebens! Nur schmerzbefreite Zuschauer oder echte Masochisten sollten am 19. Juli um 22.30 Uhr zum SWR zappen…

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Montag läuft also in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Top-Sender der Woche: PRO 7 (zwei Empfehlungen)

Diesmal schafft es PRO 7 zum Sender der Woche. Dabei fühle ich mich irgendwie immer schlecht, aber die beiden Tagestipps möchte ich eben auch nicht ersetzen. Was haltet ihr von der getroffenen Auswahl? Habe ich etwas vergessen? Immer raus mit eurer Meinung und ab dafür in die Kommentare!

11. Juli 2011

Double-Feature: My Name is Bruce / Liberty Stands Still

My Name is Bruce
Genre: Horror-Komödie Originaltitel: My Name is Bruce Produktion: USA 2007 Regisseur: Bruce Campbell Darsteller: Bruce Campbell, Grace Thorsen, Taylor Sharpe, Ted Raimi, Ben L. McCain, Ellen Sandweiss FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight

Ein großer Fan des B-Movie-Darstellers Bruce Campbell beschwört aus Versehen den chinesischen Kriegsgott und Beschützer des Tofu (!) namens Guandi. Nachdem dies vielen Menschen den Kopf kostet, entführt Jeff kurzerhand seinen Filmhelden, um gegen Guandi bestehen zu können. Der Schauspieler vermutet hinter der Aktion zunächst einen neuen Film, was auch perfekt in seine momentane Sinn- und Schaffenskrise passt. Erst spät merkt der toughe Bruce, dass Guandi echter ist als die Monster, mit denen er es sonst zu tun bekommt…
„My Name is Bruce“ strotzt geradezu vor selbstironischen Anspielungen auf Bruce Campbells bisheriges Werk. Fans weisen ihn auf Fehler in seinen älteren Werken hin, eine Band schmettert einen Country-Song über den Bösewicht und der Protagonist selbst bedient natürlich alle Klischees, indem er sich etwa sofort an die hübscheste Frau des Dorfes ranmacht. Auch für mich, der mit Horror-B-Movies nicht viel anfangen kann, war dies durchaus kurzweilig und entlockte einige Lacher.
„Guan-you, Guan-me, Guan-di. Guandi is his name.“
(Teil des Titelsongs der McCain Brothers)
Insgesamt taugt der trotz FSK-16-Freigabe erstaunlich blutige Streifen aber vor allem für Fans. Diese dürfen die Wertung gerne auf ein knappes „Gut“ anheben. Alle anderen werden von der stets vorhersehbaren und alles andere als erschreckenden Horrorkomödie zwar nicht gelangweilt. Dennoch verliert der Film ohne adäquates Hintergrundwissen viel von seinem Flair. Kurzum: Für Fans ein Muss, alle anderen können darauf verzichten.

Bild: gut Ton: gut Synchronisation: gut Musik: gut Schauspielerische Leistung: befriedigend Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: befriedigend

Filmwertung für „My Name is Bruce“: BEFRIEDIGEND – Note 3,2



Liberty Stands Still - Im Visier des Mörders
Genre: Thriller / Drama Originaltitel: Liberty Stands Still Produktion: D / Kanada 2002 Regisseur: Kari Skogland Darsteller: Linda Fiorentino, Wesley Snipes, Oliver Platt, Martin Cummins, Jonathan Scarfe, Ian Tracey, Brian Markinson FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Liberty Wallace (Linda Fiorentino) gerät ins Visier des Scharfschützen Joe (Wesley Snipes). Dieser zwingt sie per Handyanruf, sich an einen Hotdogstand inmitten eines kleinen Parks anzuketten. Sollte sie sich weigern, will er mithilfe der im Imbisswagen befindlichen Bombe neben ihr viele weitere Zivilisten töten. Liberty (daher auch der gelungene Filmtitel), ihres Zeichens Vize-Chefin eines Waffenunternehmens, erfährt, dass Joes Tochter durch ein Gewehr ihrer Firma starb und der verzweifelte Vater durch diese Aktion neben der Berichterstattung durch die Medien vor allem strengere Richtlinien für den Waffenverkauf erzwingen möchte.

Der Vergleich mit dem im selben Jahr produzierten Blockbuster „Nicht auflegen!“ scheint anfangs durchaus berechtigt. Doch der Zuschauer merkt schnell, dass hier andere Ansätze im Vordergrund stehen. Beispielsweise hat der Scharfschütze von Anfang an ein Gesicht, was zusammen mit dem tragischen Hintergrund zu Sympathien für den vermeintlichen Killer führt. Vor allem die Schauspieler (ja, auch Wesley Snipes!) wissen dabei zu überzeugen, was dem nicht immer ganz logischen Psychoduell eine gehörige Portion Spannung beimischt. Neben dem Techno-Gedudel aus den End-90ern kann man vor allem über Joes Ansatz streiten: Dieser will mit Hilfe von Waffen den Verkauf ebendieser einschränken. Wer diese Kritikpunkte verzeihen kann, darf sich auf einen insgesamt gelungenen Thriller mit einigen dramatischen Elementen freuen, der zwar das Genre nicht neu erfindet, aber stets kurzweilig ist.

Bild: befriedigend Ton: gut Synchronisation: gut Musik: befriedigend Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: gut

Filmwertung für „Liberty Stands Still“: BEFRIEDIGEND – Note 2,6



Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 07/11, das noch bis Ende des Monats am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.
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